Eisblut und Schattenblume

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Text

Vers: Kathleen Kunze
Melodey: Uwe Höpner


Kalt war der Tag und finster das Land.
Da lebte ein Fürst, der ward Eisblut genannt.
Gefürchtet war er bei Volk und Feind.
Manch’ Witwe hat stumm seinen Richtspruch beweint.

Einst lag er im Forst im Hinterhalt,
als leise durchstreifte ein Windhauch den Wald.
Und auf den Schwingen des Windes ging
ein Elbenmädchen voller Anmut dahin.

(Refrain) Hold Schattenblume ihr Name war.
Denn golden die Augen und schwarz war ihr Haar.
Und Schattenblume ward sie genannt,
als sterblich’ Begehr sie ins Dunkel gebannt.

In Fallen geriet sie, die waren gespannt,
um Bären zu fangen von sicherer Hand.
Und als sie darnieder sank dort im Schmerz,
da lachte laut Eisbluts grausames Herz.

Der Fürst begehrte sie für sich allein.
Er eilte zu ihr, nahm sie mit sich heim.
Doch kalt war es dort in allen Zimmern.
Der Wind im Giebel ein marterndes Wimmern.

Sie zu halten sprach Eisblut aus einem Buch
einen lang vergessenen magischen Fluch.
So war er sicher ob seinem Bann,
dass sein Haus sie nie mehr noch verlassen kann.

(Refrain)

Tag um Tag sang sie leise Lieder zum Mond
und blickte voll Sehnsucht zum Horizont.
Da schlossen Eisbluts Feinde den Bund,
formierten sich wohl zu nächtlicher Stund.

Und als im Ansturm der Burgwall brach,
spottete leer der Thron im Fürstengemach.
Denn wissend war Eisblut voller Hohn
des Nächtens zuvor allein nur gefloh’n.

Da entlud sich der Angreifer finstere Wut.
Stein und Bein ward versengt in lodernder Glut.
Und über den Feuerbannern so rot
sah bleich man die Schöne so nahe dem Tod.

(Refrain)

In Not stürzte sie hinab die Wehr.
Von blutrotem Stein blickten Goldaugen leer.
Ihre Seele stieg auf – aus der offenen Hand
sachte rieselten Blütensamen wie Sand.

Und als die Asche am Morgen ward kalt
und aller Gemarterten Schreie verhallt,
nahm sachte der Wind die Samen hinfort,
verteilte sie wohl über Hügel und Hort.

Und bald bedeckte ein Blumenmeer,
die Trümmer und Gräber auf Mauer und Wehr.
Und jede der Blüten kündet davon,
dass die Schöne am Ende dem Fluch ward entflohn.

(Refrain)

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