Die Tuchfeste

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Vers: Kathleen Kunze
Melodey: Uwe Höpner


Cêliathar – über das Grasmeer erhebet sie sich
in Stolz und Würde, die Stadt des Windes.
Hohe Pilaster zum Himmel hin streben,
wundergleich sind sie anzusehen.
Gelbe Tuche statt Mauern aus Stein,
leise schlagend im Winde wehen.
Ich wünschte du könntest sie sehn

Nun sage mir, Ada: Wie kann ich sie seh’n?
Was muss ich tun? Wohin soll ich geh’n?
Was ist die Prüfung, was ist der Preis?
Ich kann es erfüllen, wenn ich es nur weiß!
Und finden muss ich's alleine fürwahr.
Nemn und den Weg nach Cêliathar.

Cêliathar – Ein Geheimnis, die Stadt umfängt,
legendengleich in der Ebene klingt.
So sagt man sich seit uralten Zeiten
an der Schwelle steh'n nur die,
die in Finsternis oder im Licht
dann doch endlich Nemn gesehen.
Ich wünschte du würdest verstehn.

Dann sage mir, Ada: Was ist dieses Nemn?
Kann ich es fühlen? Kann ich es seh’n?
Ist es ein Schatten? Ist es ein Schein?
Was muss ich tun, um mit ihm eins zu sein?
Und finden muss ich's alleine fürwahr.
Nemn und den Weg nach Cêliathar.

Es dämmert bereits, da wispert der Wind:
Tue Dinge, die unmöglich sind.
Kämpfe furchtlos in grausamer Schlacht.
Halte im Haus deines Feindes Wacht.
Betritt die Hallen unter dem Berg,
halte die Freundschaft zu einem Zwerg.
Leere den Bierkrug in sterblicher Runde.
Finde ein Lächeln in bitterster Stunde.
Schöpfe Hoffnung an des Freundes Grab.
Entflieh’ der Macht eines Zauberers Stab.

Nun legt der Mond seinen Nachtmantel ab.
Leis’ flüsternd sinkt er ins Morgengrab:
Nemn ist keine Flamme, kein Zauber, kein Stern.
Nemn ist in uns allen und allem doch fern.
Es ist ein Funke, der hell entspringt.
Es ist die Einsicht, die weis’ in uns glimmt.
Nemn zeigt sich einmal hier einmal dort.
Es bindet sich nie an nur einen Ort.
Folge standhaft dem verborgenen Weg,
an dessen Ende die Ankunft steht.

Cêliathar – über das Grasmeer erhebet sie sich
in Stolz und Würde, die Stadt des Windes.
Hohe Pilaster zum Himmel streben,
geflochtene Brücken sie verbinden.
Gelbe Tuche statt Mauern aus Stein,
leise schlagend im Winde wehen.
Ich weiß, einst werd ich sie sehn.

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